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Reisen & Ferien

Reisen mit Hund: Auto, Zug und über die Grenze

Ratgeber · 7 Min. · Stand Juli 2026
A man and his dog sitting in a vintage car, gazing out the window.
Foto: Valeria Boltneva / Pexels

Der Koffer steht im Flur, und dein Hund liegt schon davor, als wollte er sagen: Mich nimmst du mit, oder? Für die meisten von uns ist die Antwort sowieso klar. Der Hund gehört zur Familie, und Ferien ohne ihn fühlen sich einfach nicht richtig an. Die gute Nachricht: Mit ein bisschen Vorbereitung reist er fast überall entspannt mit — im Auto, im Zug und über die Grenze. Eine schlechte Nachricht gibt es eigentlich gar nicht, solange du ein paar Dinge frühzeitig regelst statt am Abend vor der Abfahrt.

Am meisten Zeit brauchen die Papiere, vor allem wenn ihr das erste Mal ins Ausland fahrt. Deshalb fangen wir genau dort an — und arbeiten uns dann durch Auto, Zug, Unterkunft und Packliste, damit am Reisetag nichts mehr fehlt.

Bevor es losgeht: die Papiere

Wer mit dem Hund über die Grenze will — in die EU und wieder zurück — braucht drei Dinge: einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und einen Heimtierausweis. Diese drei hängen zusammen, und die Reihenfolge ist wichtig.

Der Mikrochip kommt zuerst. Er ist Pflicht, und er ist heute die einzige anerkannte Art, deinen Hund eindeutig zu identifizieren. Eine Tätowierung reicht nicht mehr. Der Chip ist ein winziger Transponder unter der Haut, den die Tierärztin in Sekunden setzt und der ein Hundeleben lang hält.

Erst wenn der Chip sitzt, ergibt die Tollwutimpfung Sinn — denn im Ausweis muss klar sein, dass genau dieser gechippte Hund geimpft wurde. Den Heimtierausweis stellt dieselbe Tierärztin aus, die impft; sie trägt Chipnummer, Impfung und alles Weitere dort ein. Die Schweiz nimmt am EU-Heimtiersystem teil, darum funktioniert der Schweizer Heimtierausweis für Reisen zwischen der Schweiz und der EU ganz normal.

An English Bulldog looks out of a car window while riding through the city streets.

Tollwut: die 21-Tage-Regel

Bei der Tollwutimpfung gibt es einen Punkt, an dem schon viele gescheitert sind: das Timing. Für die erste Reise gilt die Impfung erst ab 21 Tagen nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung. Wer also am Freitag impfen lässt und am Wochenende darauf losfahren will, hat Pech gehabt. Rechne die drei Wochen grosszügig ein — am besten planst du die Impfung einen Monat oder mehr vor der Abreise.

Und danach wird es entspannter: Ist der Hund einmal grundimmunisiert, hält der Schutz bis zu drei Jahre. Du musst nur daran denken, die Auffrischimpfungen rechtzeitig zu machen und keine Lücke entstehen zu lassen — sonst beginnt die 21-Tage-Wartezeit unter Umständen von vorn. Ein kurzer Blick in den Ausweis ein paar Wochen vor den Ferien lohnt sich immer.

Cute French Bulldog peeking out of car window, enjoying a sunny day drive.

Bandwurm und junge Hunde

Manche Länder verlangen zusätzlich eine Bandwurmbehandlung gegen den Fuchsbandwurm (Echinococcus), die eine Tierärztin kurz vor der Einreise durchführen und im Ausweis eintragen muss. Das betrifft zum Beispiel Irland, Malta und Grossbritannien. Die Regeln sind aber von Land zu Land verschieden und ändern sich immer wieder. Kläre darum rechtzeitig ab, was dein konkretes Reiseland verlangt, statt dich auf eine allgemeine Faustregel zu verlassen.

Wer mit einem Welpen reist, muss noch genauer hinschauen. Die Tollwutimpfung wird meist ab etwa zwölf Wochen gegeben, und mit den 21 Tagen Wartezeit kann ein Welpe realistisch ab rund 15 Wochen in die EU mitreisen. Manche Länder lassen ungeimpfte Jungtiere gar nicht erst herein — auch das gehört zu den Dingen, die du vorher prüfst.

Und falls du überlegst, einen Hund aus dem Ausland zu holen, etwa einen Tierschutzhund zu adoptieren: Aus der EU ist das unkompliziert. Aus Ländern mit hohem Tollwutrisiko sind die Vorschriften deutlich strenger, dann kommen zum Beispiel Bluttests dazu. Informiere dich vor einer Adoption ausserhalb der EU unbedingt bei den offiziellen Schweizer Stellen (BLV), damit der Hund am Ende auch wirklich einreisen darf.

Charming bulldogs enjoying a sunny drive in South Africa, leaning out of car windows.

Mit dem Auto unterwegs

Die meisten von uns reisen mit dem Auto, und da gilt eine einfache Grundregel: Der Hund muss gesichert sein. Das ist nicht nur Vorschrift, sondern schützt bei einer Vollbremsung alle im Fahrzeug — den Hund genauso wie die Menschen. Ein ungesicherter Hund wird bei einem Aufprall zum Geschoss.

Drei Lösungen haben sich bewährt:

  • Eine Transportbox, im Kofferraum oder im Fussraum — für viele Hunde die sicherste und ruhigste Variante.
  • Ein Sicherheitsgeschirr mit Gurtclip, das den Hund auf der Rückbank am Sicherheitsgurt anschnallt.
  • Ein Trenngitter zwischen Rückbank und Kofferraum.

Was am besten passt, hängt von Hund und Auto ab. Wichtig ist, dass dein Hund die Lösung schon vor der grossen Reise kennt. Ein paar kurze Übungsfahrten nehmen ihm die Unsicherheit, und wer zu Reiseübelkeit neigt, dem hilft oft ein leerer Magen — gib dem Hund also nicht kurz vorher eine grosse Mahlzeit.

Black and white photo of a dog looking out a car window in Buenos Aires.

Die grösste Gefahr: das heisse Auto

Ein Punkt ist so wichtig, dass er eine eigene Überschrift verdient: Lass deinen Hund niemals bei warmem Wetter im geparkten Auto zurück. Ein Auto heizt sich innert Minuten lebensgefährlich auf — auch an einem eher milden Tag, auch im Schatten. Ein Fenster einen Spalt offen zu lassen, hilft nichts. Es geht um Minuten, nicht um Stunden.

Nimm den Hund also mit, wenn du irgendwo hältst, oder plane so, dass er gar nicht erst allein im Auto warten muss. Und plane auf längeren Fahrten regelmässige Pausen ein: Wasser anbieten, kurz die Beine vertreten, sich lösen. Hab immer Wasser und einen Napf griffbereit — im Stau oder bei Hitze ist das Gold wert.

A dog looks out a car window at the ocean, enjoying a sunny day by the water.

Mit dem Zug: die SBB-Regeln

Der Zug ist eine entspannte Art zu reisen, und die SBB machen es Hundehaltern einfach. Wie viel es kostet, hängt von der Grösse deines Hundes ab:

  • Kleine Hunde bis etwa 30 cm Schulterhöhe fahren in einer Tasche oder einem Korb gratis mit — als Handgepäck.
  • Grössere Hunde brauchen ein Billett. Du hast die Wahl: den halben Preis eines Billetts 2. Klasse, eine Hunde-Tageskarte für CHF 25, oder ein Hunde-Abo für CHF 60 pro Monat beziehungsweise CHF 350 pro Jahr.

Wer oft mit dem Hund im Zug unterwegs ist, für den rechnet sich das Abo schnell. Im Zug gilt: Der Hund ist an der Leine oder in der Transporttasche, und in den Speisewagen darf er nicht — Assistenzhunde ausgenommen. Ein Tipp aus der Praxis: Suche deinem Hund einen ruhigen Platz in einer Ecke, wo nicht ständig Leute vorbeilaufen, und leg ihm seine gewohnte Decke hin. Dann döst er die Fahrt meist einfach weg.

Ankommen: Unterkunft und Packliste

In der Schweiz heissen viele Hotels, Restaurants und Ausflugsziele Hunde willkommen — es lohnt sich, vor der Buchung kurz nachzufragen, ob und zu welchen Bedingungen der Hund mitdarf. Ein Anruf spart böse Überraschungen an der Réception.

Damit am Reisetag nichts fehlt, hier eine Packliste für den Hund:

  • Den Heimtierausweis und die Unterlagen der Tierärztin
  • Genug vom gewohnten Futter — Ferien sind der falsche Moment, um das Futter umzustellen
  • Wasser und einen Napf für unterwegs
  • Die vertraute Decke oder das Körbchen, damit die fremde Unterkunft schneller nach Zuhause riecht
  • Zeckenschutz und Parasitenschutz, angepasst ans Reiseziel
  • Kotbeutel und ein Handtuch für dreckige Pfoten

Zwei Dinge noch, bevor du losfährst: Schau nach, wo am Zielort die nächste Tierarztpraxis ist — im Notfall willst du nicht erst suchen müssen. Und informiere dich über die lokalen Leinenregeln, die sind von Ort zu Ort verschieden, gerade in Naturschutzgebieten und während der Brut- und Setzzeit.

Entspannt ankommen

Reisen mit Hund ist keine grosse Sache — es ist vor allem eine Sache der Vorbereitung. Die Papiere rechtzeitig regeln, den Hund im Auto sichern, das heisse Auto meiden, das passende Zugbillett lösen und die Tasche vollständig packen. Ist das erledigt, kannst du dich auf den schönen Teil konzentrieren: die gemeinsame Zeit unterwegs.

Weiter geht es mit den schönsten Orten für einen Ausflug mit Hund und den passenden Tierärzten und Services in deiner Nähe. Und wenn ihr am Ziel angekommen seid, warten unsere Tipps für Wanderungen mit Hund und fürs Baden mit Hund auf euch. Gute Reise — und kommt gesund wieder heim.

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