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Welpe im Haus: die Checkliste für den Start in der Schweiz

Ratgeber · 7 Min. · Stand Juli 2026
A cute puppy peacefully sleeping outdoors on a sunny day, capturing innocence and serenity.
Foto: Sudhir Sangwan / Pexels

Ein Welpe zieht ein – und plötzlich ist die Wohnung voller kleiner Zähne, Pfützen und grosser Augen. Die ersten Wochen sind anstrengend, aber sie legen den Grundstein für die nächsten zwölf, dreizehn Jahre. Wer von Anfang an ruhig, geduldig und mit einem Plan vorgeht, spart sich später viel Ärger. Diese Checkliste führt dich durch alles, was in den ersten Wochen wirklich zählt – von den rechtlichen Pflichten über die Ausstattung bis zur Sozialisierung.

Vorab ein Gedanke, der oft untergeht: Ein Welpe braucht in den ersten Tagen vor allem Ruhe. Kein grosses Willkommensfest mit der halben Verwandtschaft, keine Dauerbespassung. Lass ihn ankommen, die Wohnung beschnuppern, schlafen – Welpen schlafen enorm viel, und dieser Schlaf ist kein Luxus, sondern Entwicklung.

Nutz die Tage vor dem Einzug, um die Wohnung welpensicher zu machen. Kabel hochlegen oder abdecken, Putzmittel und Medikamente wegschliessen, giftige Zimmerpflanzen ausser Reichweite stellen und kleine Gegenstände einsammeln, die im Welpenmaul landen könnten. Leg dir schon jetzt eine feste Ecke mit Körbchen und Wassernapf zurecht, damit dein Hund von der ersten Minute an einen ruhigen Rückzugsort hat.

Die rechtlichen Pflichten zuerst

In der Schweiz sind ein paar Dinge nicht verhandelbar. Jeder Hund muss mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Das erledigt seriöserweise schon die Züchterin oder der Züchter, bevor der Welpe zu dir kommt. Über diesen Chip wird der Hund in der nationalen Datenbank AMICUS registriert.

Wenn der Welpe bei dir einzieht, muss der Halterwechsel eingetragen werden, und du meldest den Hund bei deiner Gemeinde an. Dort wird auch die jährliche Hundesteuer fällig. Wie hoch sie ausfällt, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden – frag am besten direkt bei deiner Wohngemeinde nach, damit dich die Rechnung später nicht überrascht.

Adorable brown puppy with alert eyes captured in a warm, inviting indoor setting.

Kein Pflichtkurs mehr – trotzdem in die Welpenschule

Früher gab es den obligatorischen Sachkundenachweis (SKN) für alle Hundehalterinnen und -halter. Diese landesweite Kurspflicht wurde 2017 abgeschafft. Heisst das, du musst gar nichts mehr besuchen? Nicht ganz: Einzelne Kantone verlangen weiterhin eigene Kurse oder Kompetenznachweise. Das ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich, also kläre für deinen Wohnkanton ab, was gilt.

Ganz unabhängig von der Gesetzeslage: Eine gute Welpenschule ist Gold wert. Dort trifft dein Welpe andere Hunde in seinem Alter, lernt in einem geschützten Rahmen und du bekommst Rückmeldung von jemandem, der schon viele Welpen gesehen hat. Für die Sozialisierung ist das kaum zu ersetzen.

Two puppies exploring an open field with a blurred background. Cute and playful

Die Ausstattung: was vor dem Einzug bereitstehen sollte

Kauf nicht die halbe Zoohandlung leer. Für den Start reicht Überschaubares:

  • ein flaches Halsband und eine Leine (ein Geschirr kommt oft etwas später dazu)
  • eine Hundemarke mit deinen Kontaktdaten
  • Futter sowie Fress- und Wassernapf
  • ein Körbchen, ein Bett oder eine Box zum Zurückziehen
  • sichere Kauspielzeuge
  • Kotbeutel für unterwegs
  • einfaches Pflegezeug wie Bürste und Krallenzange
  • eine Lösung für den sicheren Transport im Auto

Alles Weitere – das dritte Plüschtier, die Designer-Leine – kann warten, bis du weisst, was dein Hund überhaupt mag.

A cute puppy resting among its siblings outdoors, creating a heartwarming scene.

Der erste Tierarztbesuch und die Gesundheit

Vereinbare bald nach dem Einzug einen ersten Termin in der Tierarztpraxis. Dort wird der Welpe durchgecheckt, und ihr besprecht gemeinsam den Fahrplan für Impfungen, Entwurmung sowie Parasiten- und Zeckenschutz. Zu den Kernimpfungen gehören typischerweise Staupe, Parvovirose, Hepatitis und Leptospirose; eine Tollwutimpfung wird zum Thema, sobald du mit dem Hund ins Ausland reisen willst.

Bewusst nenne ich hier keine festen Wochen und keinen starren Impfplan – das gehört in die Hände deiner Tierärztin, die den Welpen kennt und den Zeitpunkt individuell festlegt. Das gilt auch für die Frage nach einer Kastration: ob, wann und wie ist eine Entscheidung, die ihr in Ruhe zusammen trefft, nicht nach Faustregel aus dem Internet.

Two cute puppies playfully interacting on a dirt path outdoors.

Das Sozialisierungsfenster: ungefähr 3 bis 16 Wochen

In den ersten Lebenswochen ist das Gehirn eines Welpen besonders aufnahmefähig. Dieses Sozialisierungsfenster liegt etwa zwischen der 3. und 16. Woche. Was der Hund in dieser Zeit ruhig und positiv kennenlernt, bleibt ihm meist ein Leben lang vertraut.

Zeig ihm die Welt in kleinen Dosen: verschiedene Menschen, freundliche andere Hunde, den Verkehr, unterschiedliche Untergründe unter den Pfoten, die ganz normalen Alltagsgeräusche. Übertreib es nicht – Qualität vor Quantität. Ein Welpe, der ruhig am Strassenrand sitzt und die Autos beobachtet, lernt mehr als einer, den man ins Getümmel wirft.

Ein Klassiker, den viele zu spät angehen: Geräusche. Wenn du früh mit leisen, aufgenommenen Feuerwerksgeräuschen arbeitest und sie mit etwas Schönem verknüpfst, ersparst du dir und deinem Hund später viel Stress. Wie du das Schritt für Schritt aufbaust, liest du in unserem Beitrag zur Feuerwerksangst.

Adorable black and white portrait of a young puppy held by hand.

Fütterung, Stubenreinheit und Alleinbleiben

Beim Futter gilt: nichts überstürzen. Behalte am Anfang das gewohnte Futter der Züchterin bei und stell erst über etwa eine Woche langsam um. Ein abrupter Wechsel schlägt schnell auf den empfindlichen Welpenmagen.

Die Stubenreinheit ist reine Übungssache und braucht vor allem Geduld. Bring den Welpen nach dem Schlafen, nach dem Fressen und nach dem Spielen sofort nach draussen und lob ihn ausgiebig, wenn er dort löst. Schimpfen bei Missgeschicken bringt nichts – der Kleine versteht den Zusammenhang nicht.

Genauso wichtig ist das Alleinbleiben. Fang klein an: ein paar Sekunden, dann Minuten, in denen du den Raum verlässt. So lernt der Hund, dass Alleinsein normal ist und du immer wiederkommst – die beste Vorsorge gegen Trennungsangst. Und übe die Beisshemmung: Wird das Spiel zu wild und die Zähne zu spitz, endet der Spass kurz. Ein paar einfache Signale wie Sitz oder der eigene Name runden die erste Zeit ab. Arbeite immer mit Belohnung und Lob, nie mit Härte.

Sicher unterwegs im Auto

Der Transport im Auto ist keine Nebensache, sondern gesetzlich geregelt: Der Hund muss so gesichert sein, dass er bei einer Bremsung nicht zum Geschoss wird und dich nicht ablenkt. Möglich ist das mit einer Transportbox, einem Sicherheitsgeschirr mit Gurt oder einem Trenngitter im Kombi. Gewöhne den Welpen früh und mit kurzen, positiven Fahrten daran, dann bleibt das Auto ein entspannter Ort.

Was ein Hund kostet – und warum du früh versichern solltest

Der Kaufpreis schwankt enorm, je nach Rasse und Herkunft. Viel wichtiger als dieser einmalige Betrag sind aber die laufenden Kosten: Futter, Hundesteuer, Versicherung, Tierarzt und Ausrüstung summieren sich realistisch auf deutlich über CHF 1’000 pro Jahr. Rechne ehrlich, bevor der Welpe einzieht.

Ein Tipp, den viele erst nach dem ersten teuren Notfall beherzigen: Versichere den Hund früh, solange er jung und gesund ist. Später vorhandene Vorerkrankungen können den Abschluss erschweren. Was eine Hundeversicherung abdeckt und worauf du achten solltest, haben wir dir in einem eigenen Artikel zusammengestellt.

Woher der Welpe kommen sollte

Ein guter Start beginnt bei der Herkunft. Eine seriöse Züchterin – etwa in einem Klub der SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft) – lässt dich die Mutter und den ganzen Wurf sehen, kann Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere vorweisen und stellt dir mindestens so viele Fragen wie du ihr. Eine gute Alternative ist ein Hund aus dem Tierheim.

Was du meiden solltest, ist der illegale Welpenhandel: Angebote aus dem Ausland, die zu schön klingen, um wahr zu sein, mit tiefem Preis und schneller Übergabe auf einem Parkplatz. Solche Welpen sind oft zu früh von der Mutter getrennt, krank und schlecht sozialisiert – das Leid der Tiere und die späteren Tierarztrechnungen sind hoch. Nimm dir Zeit, stell Fragen, und wenn dir etwas komisch vorkommt, geh lieber.

Noch unsicher, welcher Hund zu deinem Leben passt? Stöbere in unserem Rassen-Wiki oder mach den Welche-Rasse-passt-zu-mir-Test. Wenn der Welpe da ist, findest du in unserer Übersicht mit Tierärzten und Hundeschulen die passende Unterstützung in deiner Nähe. Und für zwei Themen, die früh dran sind, lohnt sich ein Blick in unsere Beiträge zur Feuerwerksangst und zur Hundeversicherung.

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