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⏱ 5 Min. Lesezeit · · 🗓️ Aktualisiert: 5. September 2026
Pflege

Pfotenpflege beim Hund: Ballen, Krallen und Schutz im Alltag

Pflege · Stand September 2026
Pfotenpflege beim Hund: Ballen, Krallen und Schutz im Alltag
Foto: Julia Filirovska / Pexels

Die Pfoten tragen den Hund durch sein ganzes Leben: über Waldboden, Asphalt, Schnee und Kies. Kein Wunder, dass sie einiges aushalten müssen. Trotzdem werden sie in der Pflege oft vergessen, bis der Hund plötzlich lahmt oder an einer Pfote leckt. Dabei lässt sich vielen Problemen mit einer kurzen, regelmässigen Routine vorbeugen.

Dieser Ratgeber zeigt, wie eine gesunde Pfote aufgebaut ist, worauf Sie bei der Kontrolle achten, wie Sie Krallen sicher kürzen und wie Sie die Pfoten im Winter und Sommer vor den typischen Gefahren schützen. Alles ohne Spezialausrüstung, mit wenigen Minuten pro Woche.

Warum Pfotenpflege wichtig ist

Die Pfoten sind ständig im Einsatz und dabei vielen Reizen ausgesetzt: rauem Untergrund, Nässe, Kälte, Hitze und Chemikalien wie Streusalz. Kleine Risse, eingetretene Fremdkörper oder zu lange Krallen fällen anfangs kaum auf, können aber schnell zu Schmerzen und einer veränderten Belastung führen.

Wer die Pfoten regelmässig anschaut und anfasst, erkennt Probleme früh und gewöhnt den Hund zugleich daran, sich die Pfoten geben zu lassen. Das zahlt sich beim Tierarzt, beim Krallenschneiden und im Alltag doppelt aus. Pfotenpflege ist damit nicht Kosmetik, sondern echte Gesundheitsvorsorge.

Pfotenpflege beim Hund: Ballen, Krallen und Schutz im Alltag

Die Pfote verstehen

Eine Hundepfote besteht aus den Zehenballen, dem grossen Mittelfussballen, den Krallen und der empfindlichen Haut in den Zwischenzehenräumen. Die Ballen sind mit einer dicken, aber nicht unverwüstlichen Hornhaut überzogen, die als natürlicher Stossdämpfer und Schutz dient. Zwischen den Zehen wachsen bei vielen Hunden Haare, die verfilzen und Schmutz oder Eisklumpen festhalten können.

Die Krallen wachsen laufend nach. Im Inneren jeder Kralle verläuft das sogenannte Leben, ein durchbluteter und nervenversorgter Bereich. Er ist der Grund, warum man beim Krallenschneiden vorsichtig sein muss. Wer den Aufbau kennt, kann bei der Kontrolle gezielt hinschauen.

Pfotenpflege beim Hund: Ballen, Krallen und Schutz im Alltag

Regelmässige Kontrolle: worauf achten

Machen Sie die Pfotenkontrolle zur Gewohnheit, zum Beispiel nach dem Spaziergang oder beim abendlichen Kuscheln. Spreizen Sie sanft die Zehen und schauen Sie sich Ballen, Zwischenräume und Krallen an. Achten Sie auf Risse, Rötungen, Schwellungen, Fremdkörper, verklebte Haare und einen unangenehmen Geruch, der auf eine Entzündung hindeuten kann.

Leckt oder knabbert der Hund auffällig oft an einer Pfote, humpelt er oder meidet er bestimmte Untergründe, ist das ein Warnsignal. Kleine Auffälligkeiten können Sie oft selbst versorgen; bei tiefen Wunden, starker Schwellung oder anhaltender Lahmheit gehört die Pfote in tierärztliche Hände. Grundlagen dazu bietet unser Ratgeber zur Ersten Hilfe beim Hund.

Pfotenpflege beim Hund: Ballen, Krallen und Schutz im Alltag

Krallen richtig schneiden

Krallen sind zu lang, wenn sie beim Stehen den Boden berühren oder auf hartem Untergrund deutlich klackern. Zu lange Krallen verändern die Haltung, belasten die Gelenke und können einreissen. Bei hellen Krallen sieht man das durchblutete Leben als rosa Bereich und schneidet mit etwas Abstand davor. Bei dunklen Krallen kürzen Sie lieber in mehreren kleinen Schritten.

Verwenden Sie eine scharfe, passende Krallenzange und schneiden Sie in ruhiger Umgebung, am besten mit Leckerli. Trauen Sie es sich nicht zu oder ist eine Kralle eingerissen, lassen Sie es von Tierarzt oder Groomer machen und schauen Sie einmal zu. Vergessen Sie die Wolfskralle an der Innenseite nicht, wenn Ihr Hund eine hat.

Pfotenpflege beim Hund: Ballen, Krallen und Schutz im Alltag

Ballen pflegen bei Trockenheit und Rissen

Raue, trockene oder rissige Ballen entstehen durch harten Untergrund, Kälte, Hitze und Salz. Eine kleine Menge einer speziellen Pfotenbalsam- oder Pfotencreme für Hunde hilft, die Hornhaut geschmeidig zu halten. Massieren Sie sie dünn ein, am besten wenn der Hund danach kurz ruht, damit er sie nicht sofort ableckt.

Verwenden Sie keine Produkte für Menschen mit Duft- oder Reizstoffen. Bei stark aufgeweichten Ballen hilft dagegen Trockenheit und Schonung. Tiefe Risse, die bluten oder sich entzünden, sollten tierärztlich beurteilt werden, statt nur eingecremt zu werden.

Pfotenpflege beim Hund: Ballen, Krallen und Schutz im Alltag

Winter: Streusalz und Eis

Im Winter sind Streusalz und Splitt die grössten Feinde der Pfoten. Salz reizt die Haut, trocknet die Ballen aus und brennt in kleinen Rissen. Eisklumpen zwischen den Zehen tun weh und lassen den Hund humpeln. Kürzen Sie das Fell zwischen den Ballen, damit sich weniger Eis festsetzt.

Spülen oder wischen Sie die Pfoten nach jedem Winterspaziergang mit lauwarmem Wasser ab und trocknen Sie sie gut. Ein dünner Pfotenschutz vor dem Gassigehen kann die Ballen zusätzlich abschirmen. Manche Hunde tragen auch Schuhe, was aber Gewöhnung braucht.

Sommer: heisser Asphalt

Im Sommer wird Asphalt in der Sonne so heiss, dass er die Ballen verbrennen kann. Als Faustregel gilt der Handrückentest: Können Sie Ihre Hand nicht sieben Sekunden bequem auf dem Belag lassen, ist er für die Pfoten zu heiss. Verlegen Sie die Runden dann in die kühlen Morgen- und Abendstunden und bleiben Sie auf Wiese oder Waldboden.

Verbrannte Ballen zeigen sich durch Rotung, Blasen, abgelöste Hornhaut und Lecken. Der Hund meidet dann harte Böden. Kühlen Sie die Pfoten vorsichtig und lassen Sie schwerere Verbrennungen tierärztlich behandeln. Auch im Auto und auf heissem Sand ist Vorsicht geboten.

Fremdkörper und kleine Verletzungen

Grannen, Splitter, Steinchen, Glas und Dornen setzen sich gern in den Zwischenzehenräumen fest. Besonders im Sommer sind Grannen ein Thema, weil sie in die Haut einwandern können. Kontrollieren Sie nach Spaziergängen in hohem Gras und im Wald gezielt zwischen den Zehen und entfernen Sie lose Fremdkörper vorsichtig.

Kleine, oberflächliche Schnitte können Sie reinigen und beobachten. Sitzt ein Fremdkörper tief, blutet die Wunde stark oder schwillt die Pfote an, gehen Sie zum Tierarzt. Ein Verband an der Pfote sollte nie zu fest sitzen und muss trocken bleiben.

Fell zwischen den Zehen

Bei Hunden mit viel Fell an den Pfoten verfilzen die Haare zwischen den Ballen leicht und ziehen bei jedem Schritt an der Haut. In den Filz lagern sich Schmutz, Feuchtigkeit und im Winter Eis ein, was Entzündungen begünstigt. Kürzen Sie überstehendes Fell vorsichtig mit einer abgerundeten Schere bündig zur Ballenhöhe.

Wer sich das nicht zutraut, lässt es beim Groomer machen. Die übrige Fellpflege am Körper spielt ebenfalls in die Pfotengesundheit hinein, weil verfilztes, feuchtes Fell generell Hautprobleme fördert. Mehr dazu im Ratgeber zur Fellpflege beim Hund.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich die Krallen schneiden? Das hängt vom Abrieb ab. Hunde mit viel Bewegung auf hartem Boden nutzen die Krallen stärker ab. Als grobe Orientierung: kontrollieren Sie alle zwei bis vier Wochen und schneiden Sie, sobald die Krallen den Boden berühren.

Darf ich menschliche Fusscreme für die Ballen nehmen? Besser nicht. Viele enthalten Duft- oder Wirkstoffe, die für Hunde ungeeignet sind und abgeleckt werden. Nehmen Sie ein Produkt speziell für Hundepfoten.

Warum leckt mein Hund ständig an einer Pfote? Das kann an einem Fremdkörper, einer Verletzung, einer Allergie oder Juckreiz liegen. Kontrollieren Sie die Pfote und lassen Sie anhaltendes Lecken tierärztlich abklären.

Braucht mein Hund Schuhe? Meist nicht. Bei extremer Kälte, viel Streusalz, sehr heissem Asphalt oder verletzten Ballen können sie aber sinnvoll sein. Wichtig ist eine langsame Gewöhnung.

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