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Pflege

Pfotenpflege beim Hund: Ballen, Krallen und Schutz im Alltag

Pflege · 9 Min. · Stand September 2026
Closeup of little puppy paw with brown fur standing on clean soft bed in bedroom
Foto: Julia Filirovska / Pexels

Die Pfoten tragen den Hund durch sein ganzes Leben: ueber Waldboden, Asphalt, Schnee und Kies. Kein Wunder, dass sie einiges aushalten muessen. Trotzdem werden sie in der Pflege oft vergessen, bis der Hund ploetzlich lahmt oder an einer Pfote leckt. Dabei laesst sich vielen Problemen mit einer kurzen, regelmaessigen Routine vorbeugen.

Dieser Ratgeber zeigt, wie eine gesunde Pfote aufgebaut ist, worauf Sie bei der Kontrolle achten, wie Sie Krallen sicher kuerzen und wie Sie die Pfoten im Winter und Sommer vor den typischen Gefahren schuetzen. Alles ohne Spezialausruestung, mit wenigen Minuten pro Woche.

Warum Pfotenpflege wichtig ist

Die Pfoten sind staendig im Einsatz und dabei vielen Reizen ausgesetzt: rauem Untergrund, Naesse, Kaelte, Hitze und Chemikalien wie Streusalz. Kleine Risse, eingetretene Fremdkoerper oder zu lange Krallen faellen anfangs kaum auf, koennen aber schnell zu Schmerzen und einer veraenderten Belastung fuehren.

Wer die Pfoten regelmaessig anschaut und anfasst, erkennt Probleme frueh und gewoehnt den Hund zugleich daran, sich die Pfoten geben zu lassen. Das zahlt sich beim Tierarzt, beim Krallenschneiden und im Alltag doppelt aus. Pfotenpflege ist damit nicht Kosmetik, sondern echte Gesundheitsvorsorge.

A close-up image of a sleeping dog's paws resting on cobblestones outdoors in daylight.

Die Pfote verstehen

Eine Hundepfote besteht aus den Zehenballen, dem grossen Mittelfussballen, den Krallen und der empfindlichen Haut in den Zwischenzehenraeumen. Die Ballen sind mit einer dicken, aber nicht unverwuestlichen Hornhaut ueberzogen, die als natuerlicher Stossdaempfer und Schutz dient. Zwischen den Zehen wachsen bei vielen Hunden Haare, die verfilzen und Schmutz oder Eisklumpen festhalten koennen.

Die Krallen wachsen laufend nach. Im Inneren jeder Kralle verlaeuft das sogenannte Leben, ein durchbluteter und nervenversorgter Bereich. Er ist der Grund, warum man beim Krallenschneiden vorsichtig sein muss. Wer den Aufbau kennt, kann bei der Kontrolle gezielt hinschauen.

White front paws of little dog standing on green grass lawn in park on sunny summer day

Regelmaessige Kontrolle: worauf achten

Machen Sie die Pfotenkontrolle zur Gewohnheit, zum Beispiel nach dem Spaziergang oder beim abendlichen Kuscheln. Spreizen Sie sanft die Zehen und schauen Sie sich Ballen, Zwischenraeume und Krallen an. Achten Sie auf Risse, Roetungen, Schwellungen, Fremdkoerper, verklebte Haare und einen unangenehmen Geruch, der auf eine Entzuendung hindeuten kann.

Leckt oder knabbert der Hund auffaellig oft an einer Pfote, humpelt er oder meidet er bestimmte Untergruende, ist das ein Warnsignal. Kleine Auffaelligkeiten koennen Sie oft selbst versorgen; bei tiefen Wunden, starker Schwellung oder anhaltender Lahmheit gehoert die Pfote in tieraerztliche Haende. Grundlagen dazu bietet unser Ratgeber zur Ersten Hilfe beim Hund.

Detailed macro shot of a cat's paw showcasing soft fur and texture for cozy feel.

Krallen richtig schneiden

Krallen sind zu lang, wenn sie beim Stehen den Boden beruehren oder auf hartem Untergrund deutlich klackern. Zu lange Krallen veraendern die Haltung, belasten die Gelenke und koennen einreissen. Bei hellen Krallen sieht man das durchblutete Leben als rosa Bereich und schneidet mit etwas Abstand davor. Bei dunklen Krallen kuerzen Sie lieber in mehreren kleinen Schritten.

Verwenden Sie eine scharfe, passende Krallenzange und schneiden Sie in ruhiger Umgebung, am besten mit Leckerli. Trauen Sie es sich nicht zu oder ist eine Kralle eingerissen, lassen Sie es von Tierarzt oder Groomer machen und schauen Sie einmal zu. Vergessen Sie die Wolfskralle an der Innenseite nicht, wenn Ihr Hund eine hat.

Artistic monochrome close-up of dog paws resting, conveying calm and serenity.

Ballen pflegen bei Trockenheit und Rissen

Raue, trockene oder rissige Ballen entstehen durch harten Untergrund, Kaelte, Hitze und Salz. Eine kleine Menge einer speziellen Pfotenbalsam- oder Pfotencreme fuer Hunde hilft, die Hornhaut geschmeidig zu halten. Massieren Sie sie duenn ein, am besten wenn der Hund danach kurz ruht, damit er sie nicht sofort ableckt.

Verwenden Sie keine Produkte fuer Menschen mit Duft- oder Reizstoffen. Bei stark aufgeweichten Ballen hilft dagegen Trockenheit und Schonung. Tiefe Risse, die bluten oder sich entzuenden, sollten tieraerztlich beurteilt werden, statt nur eingecremt zu werden.

A friendly dog shaking hands with a human in a lush green field, showcasing companionship.

Winter: Streusalz und Eis

Im Winter sind Streusalz und Splitt die groessten Feinde der Pfoten. Salz reizt die Haut, trocknet die Ballen aus und brennt in kleinen Rissen. Eisklumpen zwischen den Zehen tun weh und lassen den Hund humpeln. Kuerzen Sie das Fell zwischen den Ballen, damit sich weniger Eis festsetzt.

Spuelen oder wischen Sie die Pfoten nach jedem Winterspaziergang mit lauwarmem Wasser ab und trocknen Sie sie gut. Ein duenner Pfotenschutz vor dem Gassigehen kann die Ballen zusaetzlich abschirmen. Manche Hunde tragen auch Schuhe, was aber Gewoehnung braucht.

Sommer: heisser Asphalt

Im Sommer wird Asphalt in der Sonne so heiss, dass er die Ballen verbrennen kann. Als Faustregel gilt der Handrueckentest: Koennen Sie Ihre Hand nicht sieben Sekunden bequem auf dem Belag lassen, ist er fuer die Pfoten zu heiss. Verlegen Sie die Runden dann in die kuehlen Morgen- und Abendstunden und bleiben Sie auf Wiese oder Waldboden.

Verbrannte Ballen zeigen sich durch Rotung, Blasen, abgeloeste Hornhaut und Lecken. Der Hund meidet dann harte Boeden. Kuehlen Sie die Pfoten vorsichtig und lassen Sie schwerere Verbrennungen tieraerztlich behandeln. Auch im Auto und auf heissem Sand ist Vorsicht geboten.

Fremdkoerper und kleine Verletzungen

Grannen, Splitter, Steinchen, Glas und Dornen setzen sich gern in den Zwischenzehenraeumen fest. Besonders im Sommer sind Grannen ein Thema, weil sie in die Haut einwandern koennen. Kontrollieren Sie nach Spaziergaengen in hohem Gras und im Wald gezielt zwischen den Zehen und entfernen Sie lose Fremdkoerper vorsichtig.

Kleine, oberflaechliche Schnitte koennen Sie reinigen und beobachten. Sitzt ein Fremdkoerper tief, blutet die Wunde stark oder schwillt die Pfote an, gehen Sie zum Tierarzt. Ein Verband an der Pfote sollte nie zu fest sitzen und muss trocken bleiben.

Fell zwischen den Zehen

Bei Hunden mit viel Fell an den Pfoten verfilzen die Haare zwischen den Ballen leicht und ziehen bei jedem Schritt an der Haut. In den Filz lagern sich Schmutz, Feuchtigkeit und im Winter Eis ein, was Entzuendungen beguenstigt. Kuerzen Sie ueberstehendes Fell vorsichtig mit einer abgerundeten Schere buendig zur Ballenhoehe.

Wer sich das nicht zutraut, laesst es beim Groomer machen. Die uebrige Fellpflege am Koerper spielt ebenfalls in die Pfotengesundheit hinein, weil verfilztes, feuchtes Fell generell Hautprobleme foerdert. Mehr dazu im Ratgeber zur Fellpflege beim Hund.

Haeufige Fragen

Wie oft muss ich die Krallen schneiden? Das haengt vom Abrieb ab. Hunde mit viel Bewegung auf hartem Boden nutzen die Krallen staerker ab. Als grobe Orientierung: kontrollieren Sie alle zwei bis vier Wochen und schneiden Sie, sobald die Krallen den Boden beruehren.

Darf ich menschliche Fusscreme fuer die Ballen nehmen? Besser nicht. Viele enthalten Duft- oder Wirkstoffe, die fuer Hunde ungeeignet sind und abgeleckt werden. Nehmen Sie ein Produkt speziell fuer Hundepfoten.

Warum leckt mein Hund staendig an einer Pfote? Das kann an einem Fremdkoerper, einer Verletzung, einer Allergie oder Juckreiz liegen. Kontrollieren Sie die Pfote und lassen Sie anhaltendes Lecken tieraerztlich abklaeren.

Braucht mein Hund Schuhe? Meist nicht. Bei extremer Kaelte, viel Streusalz, sehr heissem Asphalt oder verletzten Ballen koennen sie aber sinnvoll sein. Wichtig ist eine langsame Gewoehnung.

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