Fellpflege beim Hund: Bürsten, Baden und gesunde Haut

Ein glänzendes, sauberes Fell ist mehr als eine Frage der Optik: Es ist ein Spiegel der Gesundheit. Wer seinen Hund regelmässig bürstet, entfernt lose Haare und Schmutz, verteilt die hauteigenen Fette und erkennt nebenbei Auffälligkeiten an Haut, Zecken oder kleinen Wunden. Fellpflege ist damit Pflege und Vorsorge zugleich.
Wie oft und womit gebürstet, gebadet und geschoren wird, hängt stark vom Felltyp ab. Ein kurzhaariger Hund braucht etwas anderes als ein langhaariger oder ein Hund mit dichter Unterwolle. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Felltypen ein und zeigt eine Routine, die zu Ihrem Hund passt.
Warum regelmässige Fellpflege zählt
Beim Bürsten werden abgestorbene Haare und Hautschuppen entfernt, bevor sie verfilzen oder die Haut reizen. Gleichzeitig regt das Bürsten die Durchblutung an und verteilt den natürlichen Hautfilm, der das Fell schützt und zum Glänzen bringt. Vernachlässigtes Fell verfilzt, zieht an der Haut und bietet Parasiten und Feuchtigkeit einen Unterschlupf.
Ebenso wichtig ist der Nebeneffekt der Kontrolle. Wer die Hände und die Bürste regelmässig durchs Fell führt, ertastet Knoten, Zecken, Hautveränderungen und wunde Stellen früh. Gerade bei dichtem Fell bleiben solche Dinge sonst lange unbemerkt und werden erst entdeckt, wenn sie bereits Beschwerden machen. Eine ruhige Pflegeeinheit ist zudem Beziehungsarbeit: Der regelmässige, angenehme Körperkontakt stärkt das Vertrauen und macht spätere Untersuchungen beim Tierarzt deutlich entspannter. So wird aus einer lästigen Pflicht mit der Zeit ein ruhiges Ritual, das Hund und Halter gleichermassen guttut.

Felltypen und die richtige Bürste
Kurzhaarige Hunde kommen mit einem Gummistriegel oder einer weichen Bürste und einmal wöchentlichem Durchgehen gut aus. Langhaarige Hunde brauchen häufigeres Bürsten mit einer Zupfbürste oder einem Kamm, damit nichts verfilzt. Rassen mit dichter Unterwolle profitieren im Fellwechsel von einer Unterwollbürste, die das lose Unterhaar herausholt.
Rauhaarige Hunde werden je nach Rasse getrimmt statt geschoren, damit die typische Fellstruktur erhalten bleibt. Wichtig ist, immer in Wuchsrichtung und ohne Gewalt zu arbeiten. Gutes Werkzeug macht den Unterschied: eine passende Bürste ist angenehmer für den Hund und effektiver als ständiges Zerren mit dem falschen Gerät.

Den Fellwechsel meistern
Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, wechseln viele Hunde ihr Fell und verlieren dabei besonders viel Unterwolle. In dieser Zeit hilft tägliches oder fast tägliches Bürsten, die Wohnung sauberer zu halten und Verfilzungen vorzubeugen. Eine Unterwollbürste holt in wenigen Minuten erstaunliche Mengen loses Haar heraus.
Bleibt der Haarausfall stark ausserhalb der üblichen Zeiten, fällt das Fell büschelweise aus oder entstehen kahle Stellen, steckt oft mehr dahinter, etwa eine Hautkrankheit, Parasiten oder ein Nährstoffmangel. Dann lohnt der Gang zum Tierarzt statt nur häufigeres Bürsten.

Richtig baden, aber nicht zu oft
Hunde müssen viel seltener gebadet werden, als viele denken. Zu häufiges Baden mit den falschen Mitteln stört den natürlichen Schutzfilm der Haut und fördert Trockenheit und Juckreiz. In den meisten Fällen reicht Baden nur, wenn der Hund wirklich stark verschmutzt ist oder aus gesundheitlichen Gründen ein medizinisches Shampoo braucht.
Verwenden Sie immer ein mildes Hundeshampoo, niemals Produkte für Menschen, deren Haut einen anderen pH-Wert hat. Bürsten Sie den Hund vor dem Baden, spülen Sie gründlich nach und trocknen Sie ihn gut, besonders in Hautfalten und dichtem Fell. Ein durchnässter Hund, der auskühlt, ist unangenehm und ungesund.

Verfilzungen lösen und vermeiden
Filz entsteht bevorzugt an Reibungsstellen: hinter den Ohren, in den Achseln, an der Innenseite der Beine und rund um den Po. Kleine Knoten können Sie vorsichtig mit den Fingern oder einem Entfilzungskamm lösen, am besten in kleinen Portionen und ohne an der Haut zu ziehen. Grosse, verhärtete Filzplatten gehören fachgerecht herausgeschnitten oder zum Groomer.
Vorbeugen ist einfacher als lösen: regelmässiges Bürsten, das Fell nach dem Baden oder Regen gut trocknen und Reibungsstellen im Auge behalten. Bei dauerhaft filzanfälligen Stellen kann ein etwas kürzerer Schnitt die Pflege spürbar erleichtern.

Haut, Zecken und Parasiten im Blick
Die Fellpflege ist der beste Moment, die Haut zu kontrollieren. Achten Sie auf Rotungen, Schuppen, kahle Stellen, Pusteln und einen auffälligen Geruch. Fahren Sie mit den Fingern gegen den Strich, um Zecken, Flöhe oder Flohkot zu ertasten. Vor allem nach Spaziergängen in Wald und Wiese lohnt der genaue Blick.
Starker Juckreiz, häufiges Kratzen und wiederkehrende Hautprobleme können auf eine Allergie oder Parasiten hindeuten und gehören abgeklärt. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zur Futtermittelallergie, wenn Haut und Verdauung zugleich betroffen sind.
Ohren, Augen und Analregion
Zur umfassenden Pflege gehören auch die Bereiche, die beim Bürsten oft vergessen werden. Kontrollieren Sie die Ohren auf Schmutz, Geruch und Rotung und reinigen Sie nur den sichtbaren Bereich mit einem geeigneten Mittel, niemals mit Wattestäbchen tief im Gehörgang. Verklebte Augenwinkel wischen Sie mit einem feuchten Tuch von aussen nach innen.
Rund um den After sollte das Fell sauber und bei langhaarigen Hunden etwas gekürzt sein, damit nichts hängen bleibt. Riecht der Hund dort auffällig oder rutscht er häufig auf dem Po, können die Analdrüsen betroffen sein, was tierärztlich beurteilt werden sollte.
Den Hund an die Pflege gewöhnen
Fellpflege sollte für den Hund positiv besetzt sein, nicht zum Kampf werden. Beginnen Sie bei Welpen früh mit kurzen, ruhigen Einheiten und viel Lob, damit Bürsten, Anfassen der Pfoten und Ohren selbstverständlich werden. Auch ältere Hunde lassen sich mit Geduld und Leckerli an neue Routinen gewöhnen.
Machen Sie lieber oft kurz als selten lange. Zwei ruhige Minuten täglich sind angenehmer und wirksamer als eine halbe Stunde Zwang alle paar Wochen. Wie Sie die Pfoten dabei richtig pflegen, lesen Sie im Ratgeber zur Pfotenpflege.
Häufige Fragen
Wie oft soll ich meinen Hund bürsten? Kurzhaarige einmal wöchentlich, langhaarige und Hunde mit Unterwolle mehrmals pro Woche, im Fellwechsel täglich. Wichtiger als ein fixer Plan ist, dass das Fell knoten- und schmutzfrei bleibt.
Wie oft darf ich baden? Nur bei Bedarf, oft nur wenige Male im Jahr. Zu häufiges Baden trocknet die Haut aus. Nutzen Sie immer ein mildes Hundeshampoo.
Darf ich meinen Hund im Sommer scheren? Bei Hunden mit Unterwolle ist Scheren meist nicht sinnvoll, da das Fell auch vor Hitze und Sonne schützt. Besser ist gründliches Ausbürsten der Unterwolle.
Was tun bei starkem Haarausfall? Ist er saisonal, ist er normal. Bei kahlen Stellen, büschelweisem Ausfall oder Juckreiz sollten Sie die Ursache tierärztlich abklären lassen.