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Ernährung

Hundeernährung: Trockenfutter, Nassfutter und BARF im Überblick

Ratgeber · 7 Min. · Stand Juli 2026
A hand feeds a Shih Tzu puppy in an indoor setting, highlighting pet care and love.
Foto: Helena Lopes / Pexels

Vor dem Futterregal kann einem schon mal schwindlig werden. Dutzende Marken, drei grosse Fütterungsarten, jede mit einem Versprechen auf der Packung, dazu Bekannte, die schwören, nur ihre Methode sei die richtige. Wer gerade einen Hund bekommen hat oder das Futter umstellen möchte, steht schnell ratlos davor. Dabei ist die Sache im Kern einfacher, als das Regal vermuten lässt.

Es gibt nicht das eine beste Futter. Es gibt Futter, das zu deinem Hund passt – zu seinem Alter, seiner Grösse, seinem Temperament und seinem Alltag. Der Welpe braucht anderes als der ruhige Senior, der Sporthund anderes als der gemütliche Sofahund. Wenn du diese Brille aufsetzt, wird die Auswahl auf einmal überschaubar. Schauen wir uns der Reihe nach an, worauf es ankommt.

Trockenfutter, Nassfutter oder BARF?

Drei Wege führen zum satten Hund, und alle drei können funktionieren. Jeder hat seine Stärken und seine Haken – hier die ehrliche Übersicht, ohne Lager und ohne Dogma.

Trockenfutter

Trockenfutter ist der Klassiker, und das aus guten Gründen. Es ist praktisch, hält lange, lässt sich einfach portionieren und ist pro Mahlzeit meist günstiger als die Alternativen. Die Tüte steht im Vorratsschrank, die Menge ist mit einem Messbecher rasch abgemessen, und in den Ferien oder unterwegs hast du es unkompliziert dabei. Der wichtigste Punkt bei Trockenfutter: Achte darauf, dass dein Hund genug trinkt. Weil dem Futter das Wasser fehlt, muss der Hund es über den Napf ausgleichen. Frisches Wasser sollte darum immer und gut erreichbar bereitstehen.

Nassfutter

Nassfutter punktet mit einem hohen Wasseranteil und schmeckt den meisten Hunden ausgesprochen gut – gerade mäkelige Fresser oder ältere Hunde lassen sich damit oft besser überzeugen. Die viele Feuchtigkeit hilft nebenbei, dass genug Flüssigkeit in den Hund kommt. Die Kehrseite: Nassfutter ist pro Mahlzeit teurer, und eine geöffnete Dose oder ein angebrochener Beutel verdirbt schnell. Was der Hund nicht gleich frisst, gehört in den Kühlschrank und sollte zügig aufgebraucht werden. Viele kombinieren übrigens beides – morgens Trocken, abends etwas Nass –, das ist völlig in Ordnung, solange die Gesamtmenge stimmt.

BARF und Rohfütterung

Beim BARF, der Rohfütterung, bekommt der Hund rohes Fleisch, Innereien, Knochen und etwas Gemüse. Viele Halterinnen und Halter schätzen daran, dass sie genau wissen, was im Napf liegt. Ehrlich bleibt aber: BARF kann gut funktionieren, allerdings nur, wenn die Ration wirklich ausgewogen zusammengestellt ist. Nach Gefühl gebarft, drohen Nährstofflücken oder ein Zuviel auf der anderen Seite, dazu kommen Hygienefragen beim Umgang mit rohem Fleisch und Risiken durch Knochen. Wenn du barfen möchtest, hol dir einen Rationsplan von einer Tierärztin oder einer qualifizierten Ernährungsberatung. Das ist kein Misstrauen gegen die Methode, sondern schlicht der Unterschied zwischen roh füttern und richtig roh füttern.

A close-up of a brown dog eating kibble from a white bowl indoors.

Was wirklich zählt: ein gutes Alleinfutter

Ob nass, trocken oder roh – am Ende zählt nicht das Etikett auf der Vorderseite, sondern ob dein Hund alles bekommt, was er braucht. Das Zauberwort heisst Alleinfutter. Ein Alleinfutter ist so zusammengestellt, dass es den Hund vollständig und ausgewogen versorgt; ausser Wasser braucht er nichts weiter dazu. Davon zu unterscheiden ist ein Ergänzungsfutter, das nur ein Teil der Ration ist und für sich allein nicht ausreicht. Ein Blick auf die Verpackung verrät dir, was du in der Hand hast.

Genauso wichtig ist, dass das Futter zum Hund passt. Ein Welpe im Wachstum hat andere Bedürfnisse als ein ausgewachsener Hund, ein Senior andere als ein junger Wirbelwind, und ein Sporthund, der täglich Kilometer macht, andere als der gemütliche Begleiter, der am liebsten auf dem Sofa liegt. Auch die Grösse spielt hinein. Ein gutes Futter nennt darum die Lebensphase und oft die Grössenklasse, für die es gedacht ist. Qualität und Eignung für deinen Hund – darauf kommt es an, nicht auf das schönste Bild auf der Tüte.

Ein kurzer Blick auf die Packung hilft schon weiter:

  • Steht da Alleinfutter (versorgt vollständig) oder Ergänzungsfutter (nur ein Teil der Ration)?
  • Für welche Lebensphase ist es gedacht – Welpe, adult oder Senior?
  • Passt es zur Grösse und zum Bewegungsdrang deines Hundes?
  • Sind die Zutaten klar und nachvollziehbar aufgeführt?
A domestic dog wearing a pink collar eats from a white bowl inside a home.

Die richtige Portion – und das leidige Gewicht

Kaum ein Thema wird so unterschätzt wie die Menge. Übergewicht ist eines der häufigsten und zugleich schädlichsten Gesundheitsprobleme bei Hunden – es belastet Gelenke, Herz und Organe und verkürzt am Ende das Leben. Und es schleicht sich leise ein: ein paar Leckerli zu viel, eine etwas zu grosse Kelle, ein Rest vom Teller, und über die Monate wird aus dem schlanken Hund ein rundlicher.

Für die beste Kontrolle brauchst du weder Waage noch Tabelle, sondern deine Hände. Streich deinem Hund über den Brustkorb: Die Rippen solltest du unter einer dünnen Schicht gut ertasten können, ohne fest drücken zu müssen – hervorstehen sollten sie aber auch nicht. Von oben betrachtet darf hinter dem Brustkorb eine Taille zu erkennen sein. Die Fütterungsempfehlung auf der Packung ist ein Startwert, mehr nicht. Sie ist grosszügig gerechnet und passt nicht auf jeden Hund. Beobachte deinen Hund über ein paar Wochen und richte die Menge nach dem, was du fühlst – nicht stur nach der Zahl auf der Tüte.

A small brown dog enjoys a meal from its bowl indoors, showcasing cozy living.

Leckerli, Wasser und der langsame Wechsel

Drei Kleinigkeiten machen im Alltag einen grossen Unterschied.

  • Leckerli sind Kalorien. Auch das kleine Belohnungshäppchen zählt mit. Als Faustregel sollten Leckerli höchstens rund zehn Prozent der Tagesration ausmachen, damit die Ernährung ausgewogen bleibt. Wer viel übt und viel belohnt, zieht die Menge am besten vom Hauptfutter ab oder nimmt gleich ein Stück der normalen Ration als Belohnung.
  • Wasser gehört immer dazu. Frisches Wasser muss rund um die Uhr erreichbar sein, bei Trockenfutter erst recht. Wasch den Napf regelmässig aus und füll bei Hitze oder nach dem Spaziergang grosszügig nach.
  • Futter wechselt man langsam. Stellst du auf ein neues Futter um, nimm dir dafür etwa eine Woche Zeit. Misch täglich etwas mehr vom Neuen unter das Alte, bis der Napf ganz umgestellt ist. So gewöhnt sich der Magen daran, und du ersparst deinem Hund Durchfall und Bauchweh.
A white dog eats from a bowl on the grass outside, with a second bowl nearby.

Welpe, Senior, Sporthund: besondere Lebensphasen

Manche Hunde haben Bedürfnisse, die über das Standardfutter hinausgehen. Ein Welpe wächst und braucht ein Futter, das auf das Wachstum abgestimmt ist – und in der Regel mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt statt einer einzigen grossen. Ältere Hunde bewegen sich oft weniger und setzen leichter an; hier lohnt ein prüfender Blick auf die Menge und manchmal ein Futter für Senioren. Trächtige und säugende Hündinnen haben einen deutlich erhöhten Bedarf, und Hunde mit einer Krankheit – etwa an den Nieren, der Bauchspeicheldrüse oder mit einer Futtermittelunverträglichkeit – brauchen unter Umständen ein spezielles Futter.

In all diesen Fällen gilt: Plane die Ernährung mit deiner Tierärztin. Sie kennt deinen Hund, kann seinen Zustand einschätzen und dir sagen, worauf es in seiner Situation ankommt. Rate nicht selbst herum, wenn gesundheitlich etwas im Spiel ist – das ist der Moment, in dem fachlicher Rat viel Sorge und am Ende auch Geld spart.

Adorable beagle puppy enjoying a meal indoors by a wicker basket in a cozy home setting.

Was nicht in den Napf gehört

So verlockend Tischreste wirken – einige ganz alltägliche Lebensmittel sind für Hunde giftig. Schokolade, Weintrauben und Rosinen, der Süssstoff Xylit, Zwiebeln und Knoblauch: Die Liste ist länger, und manches davon richtet schon in kleinen Mengen Schaden an. Als Grundregel gilt: keine Tischreste, keine Menschensüssigkeiten und heikle Lebensmittel konsequent ausser Reichweite. Welche Lebensmittel im Detail gefährlich sind und was im Notfall zu tun ist, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengetragen.

Kein Dogma, sondern der passende Napf

Rund um Hundefutter wird viel gestritten, und fast jede Methode hat ihre überzeugten Anhänger. Lass dich davon nicht verrückt machen. Es gibt nicht das eine richtige Futter für alle Hunde, es gibt das richtige Futter für deinen Hund. Ein gutes Alleinfutter, das zu Alter, Grösse und Aktivität passt, eine Portion, die ihn schlank hält, immer Wasser im Napf und ein bisschen Beobachtungsgabe – damit machst du fast alles richtig. Ob am Ende Trocken, Nass oder Roh im Napf landet, ist zweitrangig.

Willst du eine Ernährungsberatung oder eine Tierärztin in deiner Nähe finden, hilft dir unsere Übersicht zu Tierärzten und Diensten weiter. Wie viel ein Hund samt Futter im Jahr kostet, liest du in unserem Beitrag zu den Kosten eines Hundes, und welche Lebensmittel deinem Hund gefährlich werden, zeigt dir unser Ratgeber zu giftigen Lebensmitteln.

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