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Gesundheit

Hund im Winter: Kälte, Streusalz und Pfotenpflege

Ratgeber · 7 Min. · Stand Juli 2026
A black dog stands amidst falling snow in a winter park setting.
Foto: Soner Arkan / Pexels

Der erste richtige Schnee, und mancher Hund dreht völlig auf: Er buddelt die Schnauze hinein, schnappt nach Flocken und macht Freudensprünge wie ein Welpe. Andere stehen daneben, ziehen die Rute ein und heben eine Pfote nach der anderen vom kalten Boden. Beides ist normal. Wie gut ein Hund mit Kälte klarkommt, hängt vor allem von ihm selbst ab – von Grösse, Fell, Alter und Gesundheit. Wer seinen Hund gut kennt, bringt ihn entspannt durch die kalte Jahreszeit.

Der Winter bringt ein paar Dinge mit, die es im Sommer nicht gibt: Streusalz auf den Wegen, Eis auf Seen und Flüssen, früh einsetzende Dunkelheit und – oft übersehen – Frostschutzmittel in Garagen und Einfahrten. Nichts davon ist ein Grund, drinnen zu bleiben. Mit etwas Umsicht wird die kalte Jahreszeit für euch beide richtig schön. Worauf es dabei ankommt, liest du hier.

Wie viel Kälte ist okay?

Eine feste Grenze, ab der es für alle Hunde zu kalt wird, gibt es nicht – das ist von Hund zu Hund verschieden. Kleine, kurzhaarige oder sehr schlanke Hunde frieren schnell, weil sie wenig Körpermasse und wenig isolierendes Fell haben. Auch sehr junge Welpen, alte und kranke Hunde kühlen rascher aus und brauchen mehr Schutz. Am anderen Ende stehen die kräftigen Rassen mit dichtem Unterfell, die typischen Nordischen und viele Hütehunde: Sie fühlen sich bei Kälte oft erst so richtig wohl und brauchen meist gar keine zusätzliche Hilfe.

Statt auf das Thermometer zu schauen, achtest du besser auf deinen Hund. Er zeigt dir ziemlich deutlich, wenn ihm zu kalt wird. Diese Zeichen solltest du ernst nehmen:

  • Zittern oder ein eingezogener, verkrampfter Körper
  • Zögern, Stehenbleiben, der deutliche Wunsch umzukehren
  • abwechselndes Anheben der Pfoten vom Boden
  • Unruhe und das Suchen nach einem warmen Plätzchen

Feuchte Kälte ist unangenehmer als trockene, und Wind zieht zusätzlich Wärme aus dem Körper. Ein durchnässter Hund an einem windigen Tag friert deutlich schneller als bei trockenem Frost. Solange ihr in Bewegung bleibt, hält sich ein gesunder Hund gut warm – kritisch wird es, wenn er lange still steht oder nass ist.

Dog with wire-haired coat sitting in snowy mountains on a crisp winter day.

Wer einen Wintermantel braucht

Ein Mantel ist weder Verkleidung noch Luxus – für manche Hunde ist er eine echte Hilfe, für andere schlicht überflüssig. Sinnvoll ist er für die, die von Natur aus wenig mitbringen: kleine und kurzhaarige Rassen, sehr schlanke Hunde wie Windhunde, dazu Welpen und Seniorhunde. Ältere Hunde mit steifen Gelenken tun sich in der Kälte ohnehin schwerer; ein wärmender Mantel kann ihnen die Runde spürbar angenehmer machen.

Ein Hund mit dichtem, doppeltem Fell dagegen bringt seine Isolierung selbst mit. Ihn in einen Mantel zu stecken, bringt nichts und kann sogar stören. Wenn du einen kaufst, achte vor allem auf die Passform: Der Mantel soll den Rücken bis zur Rutenwurzel und möglichst auch den Bauch bedecken, darf aber nirgends scheuern und die Bewegung nicht einschränken. Dein Hund muss normal laufen, sich hinsetzen und die Beine frei bewegen können. Und: Nur einen trockenen Hund einpacken – ein nasses Fell unter dem Mantel kühlt erst recht aus. Ein Modell mit Reflektorstreifen bringt gleich den Vorteil der besseren Sichtbarkeit mit.

Two Kangal Shepherd dogs relax in a snowy park by a tree, showcasing winter serenity.

Streusalz und die richtige Pfotenpflege

Sobald es glatt wird, landen auf Gehwegen und Strassen Streusalz und Splitt. Für unsere Füsse in festen Schuhen kein Thema, für Hundepfoten schon. Salz trocknet die Ballen aus, macht sie rau und rissig und reizt die empfindliche Haut zwischen den Zehen. Der Splitt scheuert zusätzlich. Und weil sich die meisten Hunde die Pfoten ablecken, nehmen sie das Salz auch noch auf – das kann ihnen auf den Magen schlagen.

Mit einer kleinen Routine hast du das gut im Griff. Nach jeder Winterrunde gilt:

  • die Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen oder mit einem feuchten Tuch abwischen, um Salz und Splitt zu entfernen
  • gut abtrocknen, vor allem zwischen den Zehen, wo Nässe sonst sitzen bleibt
  • die Ballen kurz auf Risse, Rötungen oder wunde Stellen kontrollieren

Vorbeugen kannst du schon vor dem Losgehen. Ein Pfotenbalsam oder ein Pfotenwachs legt einen schützenden Film über die Ballen und macht es dem Salz schwerer. Wer einen sehr empfindlichen Hund hat, greift zu Hundeschuhen, den sogenannten Booties. Sie sind der beste Schutz gegen Salz, Splitt und Eis, brauchen aber etwas Eingewöhnung. Probiere sie in Ruhe zu Hause aus, bevor es damit nach draussen geht – sonst stakst dein Hund anfangs herum wie ein Storch im Salat. Sind die Ballen bereits rissig oder wund, lohnt der Gang zur Tierärztin.

A solitary dog stands against a snowy backdrop during heavy snowfall.

Schneeklumpen zwischen den Zehen

Bei feuchtem Neuschnee kennst du das vielleicht: Zwischen den Zehen bilden sich harte Eisklumpen. Bei Hunden mit viel Fell an den Pfoten geht das besonders schnell. Diese Klümpchen sind nicht nur lästig, sie drücken und können richtig wehtun, bis der Hund humpelt.

Am einfachsten beugst du vor, indem du das Fell zwischen den Ballen kurz hältst – vorsichtig mit einer abgerundeten Schere gestutzt, dann findet der Schnee weniger Halt. Auch hier hilft ein dünner Film Pfotenwachs. Und wenn sich unterwegs doch Klumpen bilden, tau sie mit der warmen Hand oder etwas lauwarmem Wasser auf, statt sie herauszureissen.

Two dogs sitting in a snowy yard beside a parked car during winter.

Die süsse, tödliche Gefahr: Frostschutzmittel

Eine Wintergefahr wird gern übersehen, dabei ist sie eine der schlimmsten überhaupt: Frostschutzmittel. Das darin enthaltene Ethylenglykol ist für Hunde hochgiftig – und das Tückische ist, dass es süsslich schmeckt. Genau deshalb lecken Hunde ausgelaufene Reste in Einfahrten und Garagen bereitwillig auf. Schon kleine Mengen können tödlich sein.

Nimm das bitte ernst. Bewahre Frostschutzmittel fest verschlossen und ausser Reichweite auf, und wische verschüttete Reste sofort weg. Hast du den Verdacht, dass dein Hund etwas davon aufgenommen hat, dann behandle das als Notfall – hier zählt jede Minute. Fahr sofort zur Tierärztin oder ruf Tox Info Suisse unter 145 an. Warte nicht ab, ob Symptome kommen: Bei Ethylenglykol entscheidet schnelles Handeln.

A Spinone Italiano dog with a snowy face amidst a winter forest scene.

Gassirunden, kaltes Auto und Sichtbarkeit

An klirrend kalten Tagen sind kürzere, dafür flottere Runden besser als langes Herumstehen. Solange ihr in Bewegung bleibt, hält sich dein Hund selbst warm; steht ihr lange am selben Fleck, während du mit der Nachbarin plauderst, kühlt er aus. Lieber öfter kurz raus als einmal lang und frierend. Dass dein Hund unterwegs ein paar Mäuler Schnee frisst, ist meist harmlos – lass ihn aber keinen gesalzenen oder schmutzigen Schnee vom Strassenrand fressen, und übertreiben sollte er es damit auch nicht.

Was viele vergessen: Ein parkendes Auto ist im Winter kein warmer Warteraum. Ohne laufenden Motor wird es innen rasch eiskalt, und ein Hund, der dort wartet, friert genauso wie draussen – nur ohne Bewegung. Lass ihn an sehr kalten Tagen nicht allein im kalten Auto zurück.

Dann die Dunkelheit: Im Winter bist du morgens und abends oft im Finstern unterwegs, und einen dunklen Hund sehen Autofahrer kaum. Ein reflektierendes Geschirr, ein Reflektorhalsband oder ein kleines Blinklicht macht ihn sichtbar – an der Strasse, am Feldweg, überall dort, wo Autos fahren. Für dich selbst lohnt sich etwas Reflektierendes gleich mit.

Dünnes Eis: Hände weg von zugefrorenem Wasser

Ein zugefrorener See sieht einladend aus, ist aber trügerisch. Die Eisdecke auf Seen und Flüssen trägt oft nicht, auch wenn sie fest wirkt – an manchen Stellen ist sie dünn, besonders an Zu- und Abflüssen oder unter einer Schneeschicht. Bricht ein Hund ein, wird es lebensgefährlich, für ihn und für jeden, der ihm nachspringt.

Halte deinen Hund darum von zugefrorenen Gewässern fern; an solchen Stellen ist er an der Leine am sichersten. Wirf auch keine Stöckchen oder Bälle aufs Eis, denen er hinterherjagt – die Versuchung ist zu gross, und die Gefahr kann dein Hund nicht einschätzen.

Zuhause gut durch den Winter

Drinnen setzt die trockene Heizungsluft den Pfoten zu, ähnlich wie das Salz draussen. Beides zusammen macht die Ballen leicht spröde, also bleib bei der Pfotenpflege dran, auch wenn der Spaziergang längst vorbei ist. Ein wenig Balsam am Abend tut rissigen Ballen gut.

Sorg drinnen für einen warmen, zugfreien Schlafplatz, nicht direkt auf kaltem Steinboden und weg von der Zugluft. Einen nassen Hund trocknest du nach der Runde ab, langhaarige besonders gründlich. Und stell im Napf immer frisches, nicht gefrorenes Wasser bereit.

Und das Futter? Ein gesunder Hund braucht im Winter nicht automatisch mehr. Nur wenn sich sein Bewegungspensum wirklich ändert – viel mehr Toben im Schnee oder umgekehrt deutlich weniger –, passt du die Menge an. Wer einfach so mehr in den Napf gibt, hat im Frühling schnell einen etwas zu runden Hund.

Winter mit Hund ist keine Hürde, sondern eine schöne Jahreszeit für sich – mit stiebendem Schnee, klarer Luft und einem Hund, der zufrieden neben dir hertrottet. Kenn deinen Hund, halt die Pfoten sauber, sei bei Frostschutzmittel und Eis besonders wachsam, und der Rest ergibt sich fast von allein. Brauchst du eine Tierärztin oder eine andere Adresse in deiner Nähe, findest du sie in unserer Übersicht der Dienstleistungen. Kehrt dann die warme Jahreszeit zurück, hilft dir unser Ratgeber gegen Hitze im Sommer weiter, und wer das ganze Jahr über gern draussen unterwegs ist, findet im Beitrag zum Wandern mit Hund die schönsten Touren.

Hinweis: Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung oder Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen oder im Notfall wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

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