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Ratgeber & Anschaffung

Hund kaufen in der Schweiz: Züchter, Tierheim & Kosten

Ratgeber & Anschaffung · 9 Min. · Stand August 2026
Cute golden retriever puppies lying on a green lawn outdoors.
Foto: Amy McCormack / Pexels

Ein Hund zieht nicht für ein paar Wochen ein, sondern für zehn bis fünfzehn Jahre. Das ist ein schöner Gedanke – und ein guter Grund, sich Zeit zu lassen. Die meisten Fehlgriffe passieren aus dem Bauch heraus: das süsse Foto im Internet, der Welpe hinter der Scheibe, das Mitleid mit dem Hund, der angeblich sofort weg muss. Ein Hund ist keine Impulsentscheidung und kein Rettungsprojekt für einen einzelnen Nachmittag. Wer ihn ein Hundeleben lang begleiten will, plant besser mit dem Kopf als mit dem Herzen allein.

Dieser Ratgeber führt dich durch die Fragen, die vor dem Kauf oder der Adoption wirklich zählen: Passt ein Hund überhaupt zu deinem Leben? Woher soll er kommen – von einer Züchterin, aus dem Tierheim oder aus dem Ausland? Woran erkennst du eine seriöse Quelle? Was kostet das Ganze wirklich, und welche Pflichten kommen in der Schweiz auf dich zu?

Passt ein Hund überhaupt zu mir?

Bevor es um die Rasse geht, geht es um dich. Ein Hund braucht jeden Tag Zeit – für Spaziergänge bei jedem Wetter, fürs Training, fürs Spielen und schlicht fürs Dasein. Er kostet Geld, Jahr für Jahr. Er will nicht zwölf Stunden am Stück allein zu Hause sitzen. Stell dir die ehrlichen Fragen: Wie sieht mein Alltag in zwei, fünf, zehn Jahren aus? Wer übernimmt den Hund, wenn ich krank bin oder verreise? Und wenn du zur Miete wohnst: Erlaubt der Mietvertrag überhaupt einen Hund? Das kläre besser vorher als nachher.

Erst danach lohnt sich die Frage nach dem passenden Hund. Ein junger Border Collie und eine Person mit ruhigem, gemütlichem Tagesablauf sind selten ein gutes Paar, so charmant der Hund auch ist. Nimm dir Zeit und stöbere in unserem Rassen-Wiki, wo du jede Rasse mit ihren Ansprüchen findest. Wenn du noch keine klare Idee hast, hilft dir unser Rassefinder-Quiz weiter. Für konkrete Lebenssituationen haben wir eigene Übersichten zusammengestellt: Familienhunde für den Haushalt mit Kindern, Wohnungshunde für das Leben in der Stadtwohnung und Anfängerhunde, wenn es dein erster eigener Hund ist.

Black and white photograph of a mother dog nursing her litter of puppies outdoors.

Woher? Die drei seriösen Wege

Im Grunde gibt es drei anständige Wege zum eigenen Hund: eine seriöse Züchterin, das Tierheim oder – mit Vorsicht und Vorbereitung – der Import aus dem Ausland. Alle drei können richtig sein, je nachdem, was du suchst. Wer einen Welpen einer bestimmten Rasse mit bekannter Herkunft und klarer Wesenszeichnung möchte, ist bei einer guten Züchterin am besten aufgehoben. Wer einem Hund ein zweites Zuhause geben will und offen für einen erwachsenen Hund ist, findet im Tierheim oft genau das richtige Tier – wie eine Adoption abläuft, liest du in unserem eigenen Beitrag dazu. Der vierte «Weg» – der schnelle Kauf über eine dubiose Online-Anzeige – ist keiner. Dazu gleich mehr.

Five cute puppies peering over a tub, perfect for pet lovers and animal stock images.

Seriöse Züchter erkennen

Eine gute Züchterin lädt dich zu sich nach Hause ein, und du darfst die Mutter zusammen mit dem ganzen Wurf sehen – genau dort, wo die Welpen aufwachsen. Das ist der wichtigste Test überhaupt. Ein seriös abgegebener Welpe ist bei der Übergabe mindestens acht Wochen alt, denn jünger dürfen Welpen die Mutter nach Schweizer Tierschutz gar nicht verlassen. Er ist gechippt, hat seine erste Impfung und bei Rassehunden eine Ahnentafel, den Stammbaum – etwa über einen Klub der SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft) im internationalen FCI-Verbund. Du bekommst einen schriftlichen Kaufvertrag mit den Kontaktdaten beider Seiten, dem Preis und der Chipnummer.

Und noch etwas ist typisch für seriöse Züchter: Sie löchern dich mit Fragen. Wie du wohnst, ob tagsüber jemand da ist, ob du Erfahrung hast – wer sein Herzblut in einen Wurf steckt, will wissen, wo die Welpen landen. Kein Druck, kein «heute oder nie». Nimm dir Zeit, und wenn du dich willkommen und gleichzeitig gründlich geprüft fühlst, bist du meist am richtigen Ort.

Die Warnzeichen für den illegalen Welpenhandel sind das genaue Gegenteil davon:

  • die Mutter wird nicht gezeigt – oder nur auf einem Foto
  • gleich mehrere Rassen oder viele Tiere stehen auf einmal zur Auswahl
  • die Welpen sind offensichtlich jünger als acht Wochen
  • du wirst zur sofortigen Abholung gedrängt, ohne vorher zu Besuch gewesen zu sein
  • die Übergabe soll auf einem Parkplatz oder am Bahnhof stattfinden
  • der Verkäufer zeigt kein Interesse an der Zukunft des Hundes
  • es fehlen Papiere und Vertrag

Wenn dir mehrere dieser Punkte begegnen, geh. Ein zu tiefer Preis und ein schlechtes Bauchgefühl sind teuer erkauft – meist mit einem kranken, schlecht sozialisierten Welpen und hohen Tierarztrechnungen.

Four cute Dalmatian puppies lying on a red carpet indoors, creating a warm and cozy scene.

Import aus dem Ausland

Einen Hund aus dem Ausland zu holen ist möglich, aber an klare Regeln gebunden – gerade weil die Schweiz tollwutfrei bleiben soll. Aus einem EU-Land braucht der Hund einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und einen EU-Heimtierausweis. Wichtig sind Reihenfolge und Timing: Die Tollwutimpfung ist erst ab einem Alter von zwölf Wochen möglich, sie muss nach dem Chippen erfolgen und wird erst 21 Tage später gültig. In der Praxis kann ein Hund also frühestens mit rund 15 Wochen einreisen. Welpen unter 16 Wochen ohne vollständigen Schutz brauchen eine spezielle EU-Erklärung.

Aus einem Nicht-EU-Land oder einem Land mit Tollwutrisiko sind die Hürden höher. Nötig sind Mikrochip, Tollwutimpfung, ein tierärztliches Gesundheitszeugnis, ein Tollwut-Antikörpertest (Titerbestimmung) aus einem zugelassenen Labor und für Direktflüge eine Einfuhrbewilligung des BLV (Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen). Die Einreise ist nur über die Flughäfen Basel, Genf oder Zürich erlaubt. In der Praxis darf aus Risikoländern kein Hund unter sieben Monaten einreisen.

So verlockend ein günstiger «Auslandswelpe» aus dem Internet klingt: Genau hier tummeln sich die illegalen Händler. Wer die Einfuhrregeln umgeht, riskiert nicht nur eine Beschlagnahmung an der Grenze, sondern unterstützt ein Geschäft, das mit dem Leid der Tiere Geld verdient. Halte dich an die Regeln – oder überleg dir, ob nicht ein Hund aus einem Schweizer Tierheim die schönere Lösung ist.

Charming Dalmatian puppies sitting in a rustic basket surrounded by lush green grass outdoors.

Was kostet ein Hund?

Beim Preis gibt es keine einfache Zahl. Beim Züchter hängt der Welpenpreis stark von der Rasse ab – deshalb nennen wir hier bewusst keinen Betrag, sondern zeigen dir die Preisspannen pro Rasse in unserem Rassen-Wiki. Im Tierheim zahlst du eine Schutzgebühr, meist rund CHF 200 bis 400, je nach Tierheim und Hund. Sie deckt einen Teil der tierärztlichen Versorgung und stellt sicher, dass es dir ernst ist.

Viel wichtiger als der Anschaffungspreis sind aber die laufenden Kosten. Futter, Ausrüstung, Hundeschule, Tierarzt, Versicherung und Steuer summieren sich Jahr für Jahr – was da realistisch zusammenkommt, haben wir dir im Beitrag Was kostet ein Hund? aufgeschlüsselt. Zwei Posten solltest du von Anfang an einplanen: eine Hundeversicherung (dazu gleich mehr) und die jährliche Hundesteuer deiner Gemeinde. Wie hoch die Steuer bei dir ausfällt, kannst du mit unserem Steuer-Rechner abschätzen.

Four cute Dalmatian puppies sleeping peacefully on a red carpet indoors. Perfect pet portrait.

Die rechtlichen Pflichten in der Schweiz

In der Schweiz gilt: Jeder Hund muss mit einem implantierten Mikrochip gekennzeichnet und in der nationalen Datenbank AMICUS registriert sein. Den Chip setzt die Tierärztin, sie nimmt auch die Registrierung vor. Bei einem Welpen erledigt das die Züchterin als erste Halterin – spätestens mit drei Monaten und vor der Übergabe.

Wenn der Hund zu dir wechselt (der Halterwechsel), musst du als neuer Halter die Übernahme innert zehn Tagen in deinem eigenen AMICUS-Konto auf amicus.ch eintragen. Dafür brauchst du die Personen-ID und den Namen des bisherigen Halters; beide Seiten bestätigen den Wechsel. Ausserdem meldest du den Hund bei deiner Wohngemeinde an – dort wird die Hundesteuer fällig.

Eine Haftpflichtversicherung für den Hund ist in vielen Kantonen vorgeschrieben und überall zu empfehlen: Richtet dein Hund einen Schaden an, kann das schnell teuer werden. Ein weiterer Punkt, den man vor dem Kauf klären sollte: In manchen Kantonen gibt es Rasselisten mit bewilligungspflichtigen oder sogar verbotenen Rassen. Ob deine Wunschrasse betroffen ist, erfährst du in unserem Beitrag zu den Listenhunden. Einen Überblick über deine Rechte und Pflichten findest du auf unseren Recht-&-Steuern-Seiten.

Die Ankunft vorbereiten

Steht die Entscheidung, beginnt der schöne Teil: das Zuhause vorbereiten. Ein ruhiger Schlafplatz, Näpfe, eine passende Leine, sicheres Spielzeug und ein welpensicher gemachtes Zuhause gehören dazu – die vollständige Liste mit allem, was in den ersten Wochen zählt, findest du in unserer Welpen-Checkliste. Plane gleich auch den ersten Tierarztbesuch und, gerade beim Welpen, einen Platz in einer guten Hundeschule ein.

Und dann heisst es: durchatmen und geniessen. Ein Hund, der von einer verantwortungsvollen Quelle kommt, gut vorbereitet einzieht und von Anfang an eine klare, freundliche Führung bekommt, wird dich viele Jahre begleiten. Diese Zeit fängt nicht am Tag der Übergabe an, sondern jetzt – mit der Entscheidung, es richtig zu machen.

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