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⏱ 5 Min. Lesezeit · · 🗓️ Aktualisiert: 5. September 2026
Ernährung

Futter umstellen beim Hund: so vermeidest du Durchfall

Ernährung · Stand September 2026
Futter umstellen beim Hund: so vermeidest du Durchfall
Foto: Kampus Production / Pexels

Ob wegen einer neuen Lebensphase, einer Empfehlung der Tierärztin oder weil das alte Futter nicht mehr gut vertragen wird: Irgendwann steht fast jeder Hundehaushalt vor einem Futterwechsel. Was viele unterschätzen: Der Wechsel selbst will gut geplant sein. Ein zu schneller Umstieg ist der häufigste Grund für plötzlichen Durchfall, weichen Kot oder Erbrechen – dabei liegt es dann nicht am neuen Futter, sondern am Tempo der Umstellung.

Der Grund ist die Verdauung: Der Hundedarm und seine Bakterienflora sind auf das gewohnte Futter eingespielt. Wird von einem Tag auf den anderen etwas völlig anderes serviert, kommt dieses fein austarierte System durcheinander. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du das Futter so behutsam umstellst, dass dein Hund gar nicht erst Probleme bekommt.

Warum langsam wechseln so wichtig ist

Im Darm deines Hundes lebt eine riesige Gemeinschaft von Mikroorganismen, die bei der Verdauung helfen. Diese Darmflora ist auf die Zusammensetzung des gewohnten Futters spezialisiert. Ändert sich die Nahrung abrupt, können die Bakterien mit den neuen Bestandteilen nicht sofort umgehen – die Folge sind Gärung, weicher Kot und im schlimmsten Fall handfester Durchfall.

Bei einer langsamen Umstellung dagegen hat die Darmflora Zeit, sich anzupassen. Sie verschiebt sich Tag für Tag ein Stück, bis sie das neue Futter optimal verwerten kann. Genau deshalb ist Geduld hier keine nette Zugabe, sondern der eigentliche Schlüssel zum Erfolg.

Futter umstellen beim Hund: so vermeidest du Durchfall

Der 7-Tage-Plan

Als bewährte Faustregel gilt eine schrittweise Mischung über sieben Tage. An den ersten beiden Tagen mischst du etwa ein Viertel neues Futter unter drei Viertel des alten. An Tag drei und vier gehst du auf eine Halb-halb-Mischung. An Tag fünf und sechs kehrst du das Verhältnis um: drei Viertel neu, ein Viertel alt. Ab Tag sieben fütterst du vollständig das neue Futter.

Wichtig ist, das alte und neue Futter gut zu vermischen, statt sie getrennt in den Napf zu geben – sonst pickt sich mancher Hund nur das Bekannte heraus. Bei empfindlichen Hunden darfst du den Plan ruhig auf zehn bis vierzehn Tage strecken. Lieber etwas langsamer als zu schnell.

Futter umstellen beim Hund: so vermeidest du Durchfall

Woran du erkennst, dass es gut läuft

Ein gelungener Futterwechsel zeigt sich vor allem am Kot: Er bleibt fest und gut geformt, die Häufigkeit bleibt normal. Dein Hund frisst mit Appetit, wirkt munter und zeigt keine Anzeichen von Bauchgrummeln. Auch das Fell und das allgemeine Wohlbefinden bleiben stabil.

Kleine, vorübergehende Schwankungen in der Kotkonsistenz in den ersten Tagen sind nicht ungewöhnlich und meist harmlos, solange dein Hund fit bleibt. Beobachte einfach aufmerksam und gehe erst einen Schritt weiter, wenn die aktuelle Mischung gut vertragen wird.

Futter umstellen beim Hund: so vermeidest du Durchfall

Warnzeichen, bei denen du langsamer machst

Zeigen sich weicher Kot, Durchfall, Erbrechen, Blähungen oder Appetitlosigkeit, ist das ein Signal, einen Schritt zurückzugehen. Kehre zur letzten gut vertragenen Mischung zurück und bleib dort ein paar Tage länger, bevor du erneut steigerst. Oft löst schon dieses Verlangsamen das Problem.

Halten die Beschwerden trotz langsamem Vorgehen an, verschlimmern sie sich oder kommen Mattigkeit, Fieber oder Blut im Kot hinzu, gehört dein Hund in die Tierarztpraxis. Dann steckt möglicherweise mehr dahinter als nur die Umstellung – etwa eine Unverträglichkeit oder eine andere Erkrankung.

Futter umstellen beim Hund: so vermeidest du Durchfall

Sonderfälle: Welpen, Senioren und kranke Hunde

Bei Welpen ist der Magen-Darm-Trakt besonders empfindlich, gleichzeitig steht im Wachstum oft ein planmässiger Wechsel vom Welpen- zum Junghundefutter an. Hier lohnt sich ein besonders behutsames Vorgehen und im Zweifel eine kurze Rücksprache mit der Tierarztpraxis. Mehr zum Thema findest du im Ratgeber Welpe.

Ältere Hunde und Tiere mit empfindlichem Magen reagieren ebenfalls sensibler auf Veränderungen. Bei ihnen streckst du den Plan grosszügig. Wird das Futter aus medizinischen Gründen umgestellt – etwa auf ein Diätfutter –, hältst du dich eng an die Vorgaben deiner Tierärztin, auch was das Tempo betrifft.

Futter umstellen beim Hund: so vermeidest du Durchfall

Wechsel der Futterart

Nicht nur ein Sortenwechsel, auch der Wechsel der Futterart will behutsam gemacht werden. Der Umstieg von Trocken- auf Nassfutter oder umgekehrt verändert Wassergehalt und Konsistenz stark – hier gilt derselbe schrittweise Plan. Wie sich die beiden Futterarten unterscheiden, liest du im Ratgeber Nass- oder Trockenfutter.

Auch beim Wechsel auf eine ganz andere Fütterungsform, etwa vom Fertigfutter zu einer selbst zusammengestellten Ration, ist Geduld gefragt. Je grösser der Unterschied zur bisherigen Nahrung, desto mehr Zeit solltest du der Verdauung geben, sich umzustellen.

Häufige Fehler

Der häufigste Fehler ist schlicht die Ungeduld: Weil das neue Futter schon da ist, wird über Nacht komplett umgestellt. Der zweithäufigste ist das ständige Hin und Her – wer alle paar Tage das Futter wechselt, gönnt der Verdauung nie Ruhe und provoziert immer wieder Probleme.

Auch das gleichzeitige Ändern mehrerer Dinge ist ungünstig: Wechselst du Futter, Fütterungszeiten und Menge auf einmal, weisst du bei Problemen nicht, woran es lag. Ändere möglichst nur eine Sache zur Zeit und gib jeder Umstellung ihre Woche.

Geduld zahlt sich aus

Ein Futterwechsel ist kein Rennen. Die eine Woche mehr, die du dir für einen sanften Übergang nimmst, ersparst du dir und deinem Hund an Durchfalltagen oft doppelt. Plane die Umstellung deshalb bewusst in eine ruhige Phase ohne zusätzlichen Stress wie Umzug oder Reise.

Wenn du unsicher bist, welches Futter überhaupt das richtige ist, hilft dir der Überblick im Ratgeber Hundeernährung weiter. Und denk daran: Ein Futter, das dein Hund gut verträgt und das ihn mit allem versorgt, muss nicht ständig gewechselt werden – Kontinuität tut der Verdauung gut.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Futterumstellung? In der Regel sieben Tage, bei empfindlichen Hunden zehn bis vierzehn. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass dein Hund jede Stufe gut verträgt, bevor du weitergehst.

Mein Hund hat trotz langsamer Umstellung Durchfall – was tun? Geh einen Schritt zurück zur letzten guten Mischung und bleib länger dort. Hält der Durchfall über zwei Tage an oder kommen weitere Symptome dazu, geh zum Tierarzt.

Muss ich beim Leckerli-Wechsel auch aufpassen? Grössere Mengen neuer Leckerlis können ebenfalls auf den Magen schlagen. Führe auch sie in Massen und schrittweise ein.

Wie oft sollte ich das Futter wechseln? Gar nicht ständig. Ein gut vertragenes Futter kannst du dauerhaft geben; häufiges Wechseln belastet die Verdauung eher. Weniger Abwechslung ist beim Grundfutter oft mehr – für Abwechslung sorgst du besser mit Toppings oder Leckerlis in Massen.

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