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Ernährung

Wie viel Futter braucht mein Hund? Portionen richtig berechnen

Ernährung · 9 Min. · Stand September 2026
A hand feeds a Shih Tzu puppy in an indoor setting, highlighting pet care and love.
Foto: Helena Lopes / Pexels

Die Frage nach der richtigen Futtermenge ist eine der häufigsten – und eine der wichtigsten. Denn Übergewicht ist bei Hunden in der Schweiz weit verbreitet und begünstigt Gelenkprobleme, Diabetes und ein kürzeres Leben. Gleichzeitig soll der Hund natürlich satt und mit allen Nährstoffen versorgt sein.

Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Grundlagen findest du die passende Menge schnell heraus und musst nicht ständig rätseln. Wichtig ist, die Angaben als Startwert zu verstehen und dann am eigenen Hund zu justieren – denn zwei Hunde mit gleichem Gewicht können sehr unterschiedlich viel brauchen.

Womit du startest: die Packungsangabe

Jedes Fertigfutter trägt eine Fütterungstabelle nach Körpergewicht. Sie ist der beste erste Anhaltspunkt, weil sie zur Energiedichte des jeweiligen Futters passt. Suche die Zeile für das Zielgewicht deines Hundes – nicht sein aktuelles, falls er zu- oder abnehmen soll.

Beachte: Diese Tabellen sind eher grosszügig gerechnet. Viele Hunde brauchen etwas weniger als angegeben, besonders wenn sie kastriert oder wenig aktiv sind. Nimm den Wert als Obergrenze und beobachte die Wirkung über zwei bis drei Wochen, bevor du nachjustierst.

A close-up of a brown dog eating kibble from a white bowl indoors.

Der Körpercheck ist genauer als jede Tabelle

Die verlässlichste Methode ist der sogenannte Body Condition Score. Du solltest die Rippen deines Hundes mit leichtem Druck gut fühlen können, ohne sie zu sehen. Von oben betrachtet ist eine deutliche Taille erkennbar, von der Seite ein nach hinten ansteigender Bauch.

Sind die Rippen gepolstert und die Taille verschwunden, ist der Hund zu schwer. Stehen die Rippen sichtbar hervor, ist er zu dünn. Diese Beurteilung schlägt jede Grammzahl, weil sie den einzelnen Stoffwechsel deines Hundes berücksichtigt. Mach den Check am besten alle zwei bis drei Wochen zur Routine.

A domestic dog wearing a pink collar eats from a white bowl inside a home.

Aktivität, Alter und Kastration einrechnen

Ein junger, sportlich geführter Hund verbrennt deutlich mehr als ein ruhiger Familienhund. Nach einer Kastration sinkt der Energiebedarf oft um 20–30 %, während der Appetit gleich bleibt – hier ist besonders auf die Menge zu achten, sonst schleicht sich Übergewicht ein.

Auch die Jahreszeit spielt mit: Im Winter bei mehr Bewegung im Schnee kann der Bedarf steigen, an heissen Sommertagen mit wenig Aktivität sinken. Ältere Hunde brauchen meist weniger Energie, aber weiterhin hochwertiges Eiweiss. Passe die Menge diesen Phasen an, statt das ganze Jahr dieselbe Portion zu geben.

A small brown dog enjoys a meal from its bowl indoors, showcasing cozy living.

Leckerlis nicht vergessen

Ein häufig unterschätzter Punkt: Leckerlis, Kausnacks und Trainingsbelohnungen zählen zur Tagesration. Als Faustregel sollten sie höchstens rund 10 % der täglichen Energie ausmachen. Wer viel trainiert, zieht diese Menge vom Hauptfutter ab.

Praktisch ist, die Tagesration morgens abzuwiegen und Leckerlis daraus zu nehmen. So schleicht sich kein heimliches Übergewicht ein, und du behältst den Überblick, auch wenn mehrere Personen im Haushalt füttern. Gerade im Training summieren sich kleine Belohnungen schnell.

Adorable Australian Shepherd puppy enjoying meal from metal bowl on patterned tile floor.

Wie oft am Tag füttern?

Erwachsene Hunde bekommen ihre Tagesration üblicherweise auf zwei Mahlzeiten verteilt – das ist bekömmlicher als eine einzige grosse Portion und hält den Hund über den Tag zufriedener. Welpen fressen häufiger, meist drei bis vier kleine Mahlzeiten. Mehr dazu findest du im Ratgeber Welpe.

Feste Zeiten helfen der Verdauung und dem Alltag. Bei tiefen Bäuchen und grossen Rassen wird empfohlen, rund um die Fütterung Ruhe zu halten und keine wilden Spiele direkt nach dem Fressen zuzulassen.

A dog's paws beside a kibble-filled bowl on a wooden floor, shot from above.

Nass, Trocken oder gemischt – was das für die Menge heisst

Trockenfutter ist stark konzentriert: Schon kleine Mengen liefern viel Energie, weil kaum Wasser enthalten ist. Nassfutter besteht dagegen zu einem grossen Teil aus Feuchtigkeit – entsprechend braucht der Hund davon eine deutlich grössere Menge in Gramm, um auf dieselbe Energie zu kommen. Wer von Trocken auf Nass wechselt, darf sich also nicht von der grösseren Portion im Napf täuschen lassen.

Bei einer Mischfütterung wird es leicht unübersichtlich. Die verlässlichste Methode ist, beide Anteile getrennt nach ihrer jeweiligen Tabelle zu berechnen und dann anteilig zu kombinieren – zum Beispiel morgens die halbe Trockenration, abends die halbe Nassration. So vermeidest du, dass sich die Energie unbemerkt aufsummiert und der Hund langsam zunimmt.

Zusätzlich gilt: Frisches Wasser muss immer und überall zur Verfügung stehen, besonders bei reiner Trockenfütterung. Ein Hund, der viel Trockenfutter frisst, trinkt entsprechend mehr – das ist normal und wichtig für Nieren und Verdauung.

Häufige Fragen

Mein Hund wirkt immer hungrig – bekommt er zu wenig? Nicht unbedingt. Viele Hunde betteln aus Gewohnheit oder Langeweile, nicht aus echtem Hunger. Entscheidend ist der Körpercheck: Stimmen Figur und Gewicht, ist die Menge richtig, auch wenn der Hund gern mehr hätte.

Soll ich die Menge im Sommer reduzieren? Wenn dein Hund bei Hitze deutlich weniger aktiv ist, sinkt der Bedarf leicht – pass die Menge dem tatsächlichen Bewegungspensum an, nicht dem Kalender.

Wie schnell sehe ich, ob die Menge stimmt? Gewichtsveränderungen zeigen sich über Wochen, nicht Tage. Wiege deinen Hund alle zwei bis vier Wochen und korrigiere in kleinen Schritten statt in grossen Sprüngen.

Wenn mehrere Personen den Hund füttern

Ein oft übersehener Grund für schleichendes Übergewicht ist die Fütterung durch mehrere Personen. Wenn Partnerin, Kinder und Grosseltern jeweils „nur ein kleines Stück“ zustecken, summiert sich das über den Tag zu einer zweiten Mahlzeit – ohne dass es jemandem auffällt. Der Hund lernt schnell, bei wem sich Betteln lohnt.

Die einfachste Lösung ist Absprache und Transparenz. Wiege die Tagesration morgens ab und stelle sie in einem beschrifteten Behälter bereit – alles, was der Hund an diesem Tag bekommt, stammt aus dieser Menge, inklusive Leckerlis. So sieht jeder auf einen Blick, was schon gefüttert wurde.

Gerade in Familien lohnt es sich, klare Regeln zu vereinbaren: Wer füttert wann, was ist erlaubt, was nicht. Das schützt nicht nur die Figur des Hundes, sondern verhindert auch Betteln am Tisch und sorgt für einen entspannten, berechenbaren Alltag für alle.

Wann du genauer hinschauen solltest

Wenn dein Hund trotz passender Menge stetig zunimmt oder abnimmt, sich das Fressverhalten plötzlich ändert oder er ständig hungrig wirkt, lohnt sich ein Blick über die reine Menge hinaus. Dahinter können Stoffwechsel- oder Hormonstörungen stecken.

In solchen Fällen ist die Tierarztpraxis die richtige Adresse. Sie kann das Gewicht objektiv einordnen, einen Fütterungsplan erstellen und mögliche Ursachen abklären. Bei gesunden Hunden reicht in der Regel der regelmässige Körpercheck.

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