HomeRassen-Wiki › Löwchen
← Zurück zur Übersicht
Löwchen – Hunderasse
Löwchen – HunderasseLöwchen – Hunderasse
📷 John M. P. Knox (CC BY-SA 2.0) · Svenska Mässan (CC BY 2.0) · Jk9dat (CC BY-SA 4.0) · Wikimedia Commons

Löwchen

FR Petit chien lion · IT Piccolo cane leone
FCI 9 · Nr. 233
Das Löwchen, auch Petit Chien Lion genannt, ist einer der seltensten und zugleich charmantesten kleinen Gesellschaftshunde Europas. Sein Name verdankt sich der traditionellen Löwenschur, bei der die Hinterhand geschoren und Mähne sowie Rutenquaste stehen bleiben. Hinter dem verspielten Auftreten steckt ein aufmerksamer, sehr menschenbezogener Begleiter.
Grösse
Klein
Widerristhöhe
26–32 cm
Gewicht
4–8 kg
Lebenserwartung
~13–15 Jahre
Fell
Lang, wellig, oft im Löwenschnitt geschoren
Herkunft
Frankreich
FCI
FCI 9 · Nr. 233

🧠 Wesen & Charakter

Das Löwchen ist lebhaft, klug und ausgesprochen fröhlich, ohne dabei nervös zu wirken. Es liebt die Nähe seiner Menschen und schliesst sich der Familie eng an, zeigt sich aber auch selbstbewusst und mutig. Fremden gegenüber ist es meist aufgeschlossen, mit anderen Hunden in der Regel verträglich. Seine Aufmerksamkeit macht es zu einem kleinen, aber wachsamen Melder an der Tür.

📜 Herkunft & Geschichte

Das Löwchen ist eine sehr alte europäische Rasse, deren löwenähnlich geschorene Vertreter schon auf Gemälden und Wandteppichen der Renaissance auftauchen. Es war über Jahrhunderte ein beliebter Schoss- und Gesellschaftshund an den Höfen und in den Häusern des Adels, vor allem in Frankreich, Spanien und Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Rasse fast ausgestorben und galt zeitweise als seltenster Hund der Welt. Engagierten Züchtern ist es zu verdanken, dass das Löwchen heute wieder existiert, wenn auch in kleinen Zahlen.

✂️ Pflege, Haltung & Erziehung

Das lange, seidige Haar des Löwchen hat keine dichte Unterwolle und haart wenig, muss aber regelmässig gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Wer die klassische Löwenschur wünscht, plant alle paar Wochen einen Termin beim Hundefriseur ein. Als kluger und gelehriger Hund lernt das Löwchen schnell und hat Freude an Beschäftigung, kleinen Tricks und Hundesport wie Agility in der Zwergklasse. Sein Bewegungsbedarf ist moderat, geistige Auslastung und liebevolle, konsequente Erziehung sind ihm aber wichtig.

🩺 Gesundheit

Das Löwchen gilt als robuste und meist gesunde Rasse mit einer Lebenserwartung von rund dreizehn bis fünfzehn Jahren. Gelegentlich treten Patellaluxation (Verrenkung der Kniescheibe) sowie Augenerkrankungen wie PRA (fortschreitender Netzhautschwund) und Katarakt auf. Seriöse Züchter lassen Elterntiere auf Kniegelenke und Augen untersuchen und achten auf eine breite genetische Basis, was bei einer so kleinen Population besonders wichtig ist. Wie bei allen Kleinhunden sollte man zudem auf gesunde Zähne und ein gutes Körpergewicht achten.

🏡 Für wen ist die Rasse geeignet?

Das Löwchen passt hervorragend zu Familien, aktiven Senioren und auch zu Ersthaltern, die einen anpassungsfähigen, freundlichen Begleiter suchen. Es fühlt sich in einer Wohnung ebenso wohl wie im Haus mit Garten, sofern es genügend Gesellschaft und Beschäftigung bekommt. Mit Kindern versteht es sich gut, wenn diese lernen, den kleinen Hund respektvoll zu behandeln. In der Schweiz ist es ein idealer Stadthund, der problemlos in Café, Tram und Ferienwohnung mitreist, aber nur ungern lange allein bleibt.

❓ Häufige Fragen

Wie viel Fellpflege braucht das Löwchen?
Das seidige Haar sollte mehrmals pro Woche gebürstet werden; für die klassische Löwenschur ist alle paar Wochen ein Besuch beim Hundefriseur nötig.
Haart das Löwchen stark?
Nein, es hat kaum Unterwolle und haart nur wenig, weshalb es bei Allergikern manchmal besser vertragen wird.
Ist das Löwchen für Anfänger geeignet?
Ja, dank seines freundlichen, gelehrigen Wesens ist es auch für Ersthalter gut geeignet, sofern man Zeit für Gesellschaft und Fellpflege mitbringt.

🏅 Rasseklub & Züchter finden

Rasseklub im SKG-Verzeichnis finden ↗
🐾 Seriöse Züchter und Welpen findest du über den offiziellen Rasseklub — die SKG listet die zuständigen Klubs, die wiederum geprüfte Züchter führen.